Die perfekte Navigation Teil 2: die Inhalte

Im ersten Teil unserer Reihe zum Thema Navigation ging es um die optische Ausprägung des Navigationsmenüs. Nachdem diese Entscheidung gefallen ist, stellt sich nun die Frage nach den Menüpunkten. Hierbei spielt nicht nur die Anzahl, sondern auch die Auswahl und die Reihenfolge eine wichtige Rolle. Wir stellen die aus unserer Sicht wichtigsten Punkte zum Aufbau einer erfolgreichen Navigation einzeln vor.

Wie viele Punkte sollten in das Navigationsmenü?

Ganz einfach: so wenige Hauptmenüpunkte der ersten Ebene wie möglich. Um es noch konkreter zu machen: es sollten höchstens sechs sein.

Der Grund dafür ist recht einfach. Das menschliche Gehirn ist in den meisten Fällen nicht in der Lage, sich mehr als fünf bis sieben Auswahlmöglichkeiten zu merken, ohne mit dem Lesen wieder von vorne anfangen zu müssen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine Navigation mit mehr als sechs (denn nicht jeder Leser erreicht das Maximum von sieben) Menüpunkten für den Betrachter zunehmend schwieriger und anstrengender zu erfassen ist und somit als “anstrengend” oder “unübersichtlich” wahrgenommen wird.

Spielt die Ausprägungsform der Navigation eine Rolle für die Anzahl der Menüpunkte? Nein. Denn die Tatsache, dass der Betrachter wahrscheinlich maximal fünf bis sieben Punkte im Kopf behalten kann, bevor die Navigation als zu umfangreich wahrgenommen wird hängt nicht davon ab, ob die Navigationspunkte horizontal oder vertikal angeordnet sind.

Welche Punkte gehören in welcher Reihenfolge in die Navigation?

Dies ist die wichtigste Frage beim Aufbau der Navigation. Zur Beantwortung dieser Frage sollte man sich, wie eigentlich immer beim Aufbau einer Webseite, in die Rolle der potenziellen Besucher versetzen. Zudem sollte man sich zuvor selbst die Frage stellen, welche Conversion-Ziele für die Webseite existieren und um welche Art von Webseite es sich handelt. Grundsätzlich empfehlen wir für alle Seitentypen einen ähnlichen Aufbau der Navigation, lediglich angepasst an das Thema und die Ziele der Webseite. Unser Standard-Aufbau sieht dabei (auch in dieser Chronologie der Navigationspunkte) wie folgt aus:

  • Für den Besucher relevante Inhalte in den ersten Navigationspunkten (Leistungen, Blog-Kategorien, Shop-Produktkategorien o.ä.)
  • Vertrauensbildende Elemente (Referenzen, “Über uns”, Kundenstimmen o.ä.)
  • Link zum Conversion-Ziel der Webseite (Kontakt-Seite, Link zu Leadgenerierung, etc.)

Nachfolgend zeigen wir dieses Schema anhand von Beispielen je Seitentyp auf:

a) Für Blogs

Bei einem Blog besteht die Zielsetzung darin, dass sich die Besucher mit dem regelmäßig veröffentlichten Content auseinandersetzen und häufig wiederkehren. Entweder besteht als übergeordnete Zielsetzung die Monetarisierung des Blogs durch eingeblendete Werbe-Inhalte oder die Positionierung als Experte auf einem bestimmten Gebiet und somit bspw. die Generierung von Kundenanfragen für Beratungsleistungen. Die Navigation eines Blogs sollte sich daher klar an den inhaltlichen Themen orientieren. So können Blogartikel beispielsweise in Kategorien aufgeteilt werden (im Optimalfall mit eigenen Kategorieseiten) und diese Kategorien in der Navigation angezeigt werden. Besteht ein klares Conversion-Ziel für den Blog, so kann dieses ebenfalls als Navigationspunkt mit aufgenommen werden (z.B. “Beratung anfordern” o.ä.) und auf eine eigene Landing Page verlinkt werden. Wir haben dies beispielsweise im Blog digitalkaufmann.de auf diese Art umgesetzt:

Neben den inhaltlichen Kategorien gibt es zwecks Vertrauensaufbau die Seite “Über mich” und eine weitere Seite für “Speaker-Anfragen”, also das eigentliche Conversion-Ziel des Blogs.

b) Für Unternehmenswebseiten

Bei Unternehmenswebseiten lautet das Conversion-Ziel in der Regel Leadgenerierung, also die Erzeugung eines kontinuierlichen Stroms an qualifizierten Kundenanfragen. Ein weiteres wichtiges Ziel kann je nach Branche und Unternehmenssituation auch die Akquise von neuen Mitarbeitern in Form von Bewerbungen sein. Die Navigation sollte im Regelfall im ersten Bereich die Leistungen oder Leistungsbereiche des Unternehmens beinhalten. Dies sind die Punkte, die Ihre Besucher mit großer Wahrscheinlichkeit als erstes interessieren. Zusätzlich kann als vertrauensbildendes Element je nach Branche eine Auflistung von Referenzen, Kundenstimmen, eine “Über uns”-Seite o.ä. genutzt werden, bevor dann als letzter Punkt das Conversion-Ziel in der Navigation auftaucht.

Wie Sie sehen, haben wir dieses Schema auch bei der Erstellung der Navigation für unsere eigene Webseite eingehalten:

c) Für Shops

Bei Shops liegt das Conversion-Ziel klar auf der Hand: der Verkauf der angebotenen Produkte. Das Ziel der Navigation besteht daher hauptsächlich darin, dem Besucher schnellstmöglich einen Überblick über die angebotenen Produktkategorien zu verschaffen und ihn zu den entsprechenden Produkten zu führen. Die Navigation sollte daher hauptsächlich aus den Produktkategorien bestehen.

Die Navigation von kaffeemogul.de orientiert sich beispielsweise ausschließlich an verschiedenen Produktkategorien, die sich via Mega Menü aufklappen lassen.

Im dritten Teil dieser Reihe werden wir uns mit der sinnvollen Zusammenfassung der Kategorien in der Navigation auseinandersetzen.