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CMS-Vorstellung: WordPress Teil 2 – Was kann WordPress?

Wie im ersten Teil unserer CMS-Vorstellung bereits erläutert, hat sich das ursprünglich für Blogs konzipierte System von WordPress zum wahren Allrounder emporgehoben, dass heute, 15 Jahre nach seiner Einführung, den Anteil der im Internet verfügbaren Internetseiten gegenüber anderen Systemen deutlich dominiert. Teil 2 unserer Serie widmet sich den Möglichkeiten, welche WordPress bietet.
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Webseitenarten

Egal ob repräsentative Firmenhomepage, Onlineshop, Blogs oder eine Kombination aus allen drei – dank der unzähligen Themes und Plugins, die WordPress selbst, sowie eine Vielzahl von Drittanbietern anbieten lässt sich mit dem beliebten CMS fast jede Art von Internetauftritt umsetzen. Je nachdem, was man mit seiner Seite erreichen möchte, bietet es sich jedoch an, den Schwerpunkt auf einen der genannten Bereiche zu setzen.

Blog

In seiner ursprünglichen Form waren Blogs eine Art Online-Tagebuch, in welchem der Schreiber seine Erfahrung, meist zu einem bestimmten Thema, festgehalten und mit der Welt geteilt hat. Blogs hatten fast immer einen persönlichen Bezug zum Schreiber und  dienten z.B. Reisenden und Weltenbummlern dazu, von unterwegs aus Freunde und Familie schnell und einfach auf dem Laufenden zu halten.

Heute sind Blogs in der Vielzahl deutlich professioneller und informieren beispielsweise über technische Entwicklungen, wissenschaftliche Erkenntnisse oder berichten über Neuheiten. Selbstverständlich gibt es noch immer einen großen Anteil privat geführter Blogs zu den verschiedensten Themen, aber auch Firmen haben die Macht des Wortes erkannt und schreiben mit Leidenschaft über die wichtigsten Themen ihrer Branche.

Über die Zeit haben sich so verschiedene Arten des Bloggens entwickelt. Neben den klassischen Beiträgen zum Lesen haben sich, nicht zuletzt durch den Vormarsch von Videoplattformen wie YouTube, auch Videoblogs seit einigen Jahren etabliert. Ebenso erfreuen sich Podcasts großer Beliebtheit, in denen die Beiträge als kurze Hörspielepisoden veröffentlicht werden.

Klassische Blogseiten, egal ob schriftlich, per Video oder als Audiomitschnitt, basieren dabei in der Regel immer auf einem ähnlichen Aufbau. So finden sich auf typischen Blogseiten, mit Ausnahme einer statischen Start- und Vorstellungsseite vielleicht, selten Unterseiten. Stattdessen sind sie in sogenannte Archive unterteilt, die sich aus den Kategorien oder Veröffentlichungsmonaten der jeweiligen Beiträge ergeben. Beiträge werden dabei chronologisch gelistet, sodass die neuesten Veröffentlichungen immer als erstes angezeigt werden. 

Außerdem können Besucher in den meisten Blogs die veröffentlichten Beiträge auf Social Media Plattformen teilen und direkt auf der Seite Kommentare hinterlassen und so mit dem Schreiber interagieren. WordPress bietet die Möglichkeit, diese Funktion je nach Bedarf oder Thema zu deaktivieren und filtern Spam-Kommentare automatisch heraus.

Webseiten

Neben dem Betreiben von Blogs wird WordPress heutzutage hauptsächlich für das Erstellen professioneller Webseiten verwendet. Premium-Themes und Plugins bieten eine fast unendliche Auswahl an Designs und Funktionen, sodass jedes Projekt ganz individuell umgesetzt werden kann.

Webseiten, oft auch Website oder Homepage genannt, bestehen Datei-Typen, die WordPress zum finalen Layout zusammenfügt. Während HTML-Dateien quasi den Inhalt einer Seite enthalten, sind CSS-Dateien für das Aussehen dieses Inhaltes zuständig. Funktionen werden meist über php-Dateien implementiert.

Aufgerufen werden Webseiten über ihre ganz eigene, individuelle Domain. Üblicherweise bestehen Webseiten aus einer Startseite (www.beispieldomain.de) und mehreren Unterseiten (www.beispieldomain.de/unterseite). Die Anzahl der möglichen Unterseiten ist dabei unbegrenzt und kann jederzeit erweitert werden.

Etabliert haben sich auch sogenannte One-Pager, die, abgesehen von Impressum und Datenschutz, auf Unterseiten verzichten und sämtliche Inhalte auf der Startseite zur Verfügung stellen. Vor allem kleine Firmen oder solche, die sich noch im Aufbau befinden und eine erste Präsenz im Netz zeigen wollen, greifen gerne darauf zurück.

Landingpages

Landingpages sind eine Unterart der Webseiten, die nur aus einer einzigen Seite bestehen. Im Gegensatz zu den eben erwähnten One-Pagern sind Landingpages in der Regel jedoch zielgerichteter. Ein sogenannter Funnel zielt beispielsweise auf Verkäufe eines bestimmten Produktes ab oder die Eintragung in einen Newsletter. Ausführliche Unternehmensinformationen findet man auf Landingpages eher selten.

Als Marketingtool sollen Landingpages Nutzer auf dem schnellsten Weg zu einer bestimmten Information oder Handlung führen und so ein bestehendes Bedürfnis befriedigen oder ein neues Bedürfnis wecken. Da Landingpages in der Regel wenig SEO-relevante Inhalte aufweisen, werden Besucher hauptsächlich durch Ads in Suchmaschinen oder Social Media auf die Seite gelotst. Um optimale Ergebnisse hinsichtlich der Zielsetzung zu erreichen, sollte bereits vorab eine sehr genaue Zielgruppendefinition stattfinden.

Shops

Prognosen sagen für 2019 fast 58 Milliarden Euro Umsatz im Online-Endverbrauchermarkt voraus. Dabei spielen nicht nur große Namen wie Amazon oder Zalando eine wichtige Rolle, auch kleine Shops können ein stetiges Umsatzwachstum verzeichnen. 

Mit wenigen Klicks und dem Plugin WooCommerce lässt sich auch in WordPress ein funktionaler, benutzerfreundlicher und optisch ansprechender Onlineshop erstellen, der seiner Konkurrenz in nichts nachsteht. Das Anlegen von Produkten geht dabei genauso einfach von der Hand, wie die Erstellung von Versandzonen und Festlegen von Steuergruppen. Ob es sich bei den angeboten Waren um reale oder digitale, einfache oder Variable Produkte handelt, spielt dabei keine Rolle.

Wer zusätzlich zu seinem Onlineshop ein eigenes Warenwirtschaftssystem unterhält, kann auch dieses mit wenig Aufwand mit WooCommerce verbinden und seine Abläufe weiter automatisieren.

Mischseiten

Nicht immer ist die Abgrenzung, zu welchem Seitentyp eine Webseite gehört, einfach. WordPress schränkt seine Benutzer jedoch nicht ein, sodass grundsätzlich jederzeit eine Seite sowohl Webseite, Blog und Onlineshop sein kann. Sinn macht das allerdings nur dann, wenn die Zielgruppe für alle drei Bereiche gleich ist. In diesem Fall können sich aus einem strategisch durchdachten Aufbau sogar positive Synergien ergeben. So kann zum Beispiel ein zu einem Blogbeitrag passendes Produkt promotet oder von einer Produktseite auf einen Beitrag mit Anwendungsbeispielen verlinkt werden. Nutzer wissen diesen Mehrwert durchaus zu schätzen, wenn die Übersichtlichkeit einer Seite nicht durch solche Querverweise leidet.

Funktionen/Mehrwert

Die eben aufgezählten Seitentypen lassen sich selbstverständlich auch mit anderen CMS wie Typo3, Drupal oder Sitecore umsetzen. Trotzdem greift eine Mehrheit der Seitenbetreiber und Agenturen, wie auch wir, inzwischen in den meisten Fällen auf WordPress zurück. Gründe dafür sind unter anderem, dass WordPress als solches kostenlos zur Verfügung gestellt wird und durch seine einfache Bedienung auch Einsteiger und Selbermacher anspricht. Doch es gibt noch mehr Gründe, sich bei der Erstellung einer Webseite, eines Blogs oder eines Shops für WordPress zu entscheiden.

Page Builder

Statt eine Seite händisch Code für Code aufzubauen, erleichtern sogenannte Page Builder die Arbeit mit WordPress ungemein. Seit der Veröffentlichung von Version 5.0 bietet WordPress mit dem Gutenberg Editor einen eigenen Builder an, der den Aufbau von Seitenstrukturen und Layouts erleichtern soll. Zu den gängigsten (teils kostenpflichtigen Premium-) Buildern von Drittanbietern gehören Elementor, Divi und der WPBakery Page Builder. 

Mit diesen Page Buildern können Webseiten ohne Programmierkenntnisse, meist per Drag & Drop von vorgefertigten Modulen erstellt werden. Jedem Modul können dabei eigene Styles zugewiesen werden, sodass die Optik der Seite ganz nach den eigenen Wünschen oder den Vorgaben des Kunden gestaltet werden kann. Einfachheit in der Bedienung spart somit viel Zeit und somit im Zweifelsfall auch Geld, wenn Projekte mit weniger Aufwand umgesetzt und schneller abgeschlossen werden können.

Natürlich lassen sich auch mit solchen Page Buildern weiterhin händisch erstellte Codes in die Seite einfügen und somit auch aufwendigere Layoutvorgaben realisieren. Wenn der Grundaufbau einer Seite mit Hilfe des Page Builders erstellt wurde, können jedem Element beispielsweise individuelle CSS-Klassen zugewiesen werden. Die entsprechenden CSS-Codes können anschließend als Custom CSS einfach im Element, der jeweiligen Unterseite oder global abgelegt werden.

Webseitenbaukästen, wie sie beispielsweise von Wix, Strato oder Jimdo angeboten werden, basieren übrigens auf einem ähnlichen Prinzip wie die Page Builder, sind in ihrem Umfang jedoch vergleichsweise oft sehr beschränkt. 

WordPress SEO

WordPress bietet von Hause aus bereits einige Möglichkeiten, seine Seite für Suchmaschinen zu optimieren. So lassen sich beispielsweise Bilder über die Mediathek schnell und einfach mit den passenden Alt-Texten ausstatten. Beim Erstellen von Beiträgen hat man die Möglichkeit, diese zum einen über Kategorien zu klassifizieren, zum anderen aber auch mit beliebig vielen Schlagworten zu versehen und so eine Relevanz zu bestimmten Suchbegriffen herzustellen.

Wer wirklich das Maximum an SEObility herausholen möchte, kann dafür auf verschiedene Plugins zurückgreifen. Eines der wohl bekanntesten ist Yoast SEO. Bereits in der kostenlosen Variante bringt dieses Tool fast alles mit, was man für eine erste SEO-Optimierung benötigt. Einmal aktiviert, lässt sich damit jeder einzelnen Seite ein Keyword zuweisen, auf welches das Plugin den jeweiligen Seiteninhalt prüft und Tipps zur Verbesserung gibt. Außerdem können die Snippets für Google, also das was in der Übersicht der Suchergebnisse angezeigt wird, bearbeitet werden, wobei sogar mit variablen Textbausteinen gearbeitet werden kann. Weitere Funktionen von Yoast SEO sind beispielsweise das automatische Erstellen einer Sitemap oder die Lesbarkeitsanalyse.

Neben Yoast SEO gibt es weitere SEO-Booster, ob kostenlos im WordPress-eigenen Plugin-Verzeichnis oder zum Kauf von Drittanbietern.

Speedoptimierung

Nicht nur der Inhalt, sondern auch die Seitenstruktur und die Seitengeschwindigkeit spielen für das Suchmaschinenranking eine entscheidende Rolle. Ladezeiten unter 2 Sekunden sind dabei besonders gern gesehen. Und auch wirtschaftlich gesehen sind schnelle Ladezeit unersetzlich für den finanziellen Erfolg. Bei einem Shop beispielsweise kann eine schnelle Ladezeit darüber entscheiden, ob er erfolgreich Verkäufe generiert oder potenzielle Kunden aufgrund langer Wartezeiten die Seite wieder verlassen und bei der Konkurrenz kaufen. 

Wer wissen will, wie seine eigene Seite abschneidet, kann dafür auf kostenlose Tools wie Google PageSpeed Insigts oder GT Metrix zurückgreifen. Beide geben einen Überblick darüber, wie schnell eine Seite lädt und welche Optimierungsmöglichkeiten es noch gibt. 

In WordPress selbst kann man Ladezeiten schon mit einfachen Mitteln optimieren. Dazu gehört, sich von Anfang an an einfache Regeln zu halten, wie z.B. Bilder bereits vor dem Upload auf die richtigen Dimensionen zurechtschneiden und zu komprimieren (etwa mit Tiny PNG) oder die Verwendung von Plugins auf das nötigste zu reduzieren. Im fast unendlichen Dschungel des Plugin-Verzeichnisses kann man sich schnell verlieren, doch so gut wie jedes installierte Plugin beeinflusst auch die Ladezeit negativ. Weitere wertvolle Millisekunden lassen sich sparen, indem man Videos über iframes von YouTube oder Vimeo einbettet, statt sie über den eigenen Server zu hosten oder auf überladene Slider und Animationen verzichtet.

Für die weitere Optimierung sollte man unbedingt auf ein Caching-Plugin seiner Wahl setzen. Neben kostenpflichtigen Angeboten erledigen auch kostenfreie Alternativen wie WP Fastest Cache oder W3 Total Cache einen sehr guten Job. Allerdings ist hier etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn je nach Einstellung können einige Seitenelemente unter Umständen nicht mehr sauber geladen werden. Im Optimalfall sollte man vorab ein Backup (z.B. mit Updraft Plus) seiner Seite machen, welches man im Zweifelsfall wieder herstellen kann, wenn etwas schief gelaufen sein sollte.

Weiterhin empfehlenswert sind Plugins für die Bildoptimierung, die auch aus vorab bereits optimierten Bildern noch einiges rausholen können, ohne dass die Bildqualität leidet. Erwähnen möchten wir an dieser Stelle Smush, Robin image optimizer und EWWW Image Optimizer.

Rechtssicherheit und Datenschutz

Seit dem Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung im Mai 2018 kommt kein Webseiten-Betreiber um das Thema Datenschutz herum. Auch hierfür bietet die Plugin-Landschaft von WordPress Lösungen für jegliche Anforderungen. So lassen sich z.B. funktionale und optisch ansprechende Cookie Hinweise implementieren, eingebettete Videos und Karten mit einem vorgeschalteten Hinweis versehen oder Google Fonts lokal einbinden. 

Andere Erfordernisse, wie eine Checkbox zur Einverständniserklärung der Datennutzung im Kontaktformular oder das Deaktivieren von Gravatar im Kommentarbereich lassen sich sogar ohne extra Plugins umsetzen. Shopbetreiber können Ihren WooCommerce-Shop mit dem Germanized-Plugin ebenfalls ganz schnell und einfach an die rechtlichen Anforderungen an den deutschen Onlinehandel anpassen.

Seitensicherheit

Als eines meistgenutzten Content Management Systeme für Webseiten ist WordPress natürlich immer wieder Zielscheibe für Angriffe durch Bots und Schadware. Die meisten solcher Versuche gehen dabei ins Leere, sodass man in der Regel nur wenig zu befürchten hat, sofern man ein sicheres Passwort wählt und seine Seiten-Infrastruktur aktuell hält. Konkret bedeutet das, regelmäßig zu prüfen ob für WordPress selbst, Themes und Plugins Updates vorliegen und diese durchzuführen, um eventuelle Sicherheitslücken durch veraltete Versionen zu schließen. Auch hier gilt: vor jedem Update-Prozess sollte ein Backup erstellt werden!

Wer seiner Seite ein zusätzliches Sicherheitsupgrade verpassen möchte, findet auch hierzu eine große Auswahl an guten Plugins wie Cerber Security, Antispam & Malware Scan oder All In One WP Security & Firewall, mit denen beispielsweise die URL der Login-Seite geändert werden und die Anzahl der maximalen Login-Versuche eingeschränkt werden kann.

Noch einen Schritt weiter geht z.B. das Einrichten einer sogenannten htaccess-Sperre, welche die Login-Seite durch ein zusätzliches Passwort schützt oder das Umbenennen der Verzeichnisstruktur auf dem FTP-Server. Da Anpassungen dieser Art jedoch durch händische Anpassungen an Systemdateien durchgeführt werden, sind sie für Einsteiger in der Regel nicht zu empfehlen.

Zusammenfassung

Egal, welche Seite man im Kopf hat und wohin die Reise damit später hingehen soll – mit großer Wahrscheinlichkeit ist WordPress das CMS der Wahl. Es ist flexibel genug, um schnell auf veränderte Anforderungen reagieren zu können und gleichzeitig übersichtlich genug in der Handhabung, sodass auch Webseiten-Neulinge schnell Erfolge damit erzielen können. Zudem verfügt es über sämtliche Möglichkeiten, seine Seite unter den bestmöglichen Voraussetzungen an den Start bringen zu können – sei es aus SEO-, Geschwindigkeits-, Sicherheits- oder Datenschutzsicht.